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1998 habe ich mit meinen Schwestern Marianne und Ulla mit dem Familienbund der Erzdiözese Paderborn eine Wallfahrt nach Lourdes unternommen. Zwei Jahre später, im Heiligen Jahr 2000, habe ich mit Ulla im Rahmen einer Pilgerreise die Heilige Stadt Rom und den Vatikan besucht. In den Gesprächen im Nachgang zu den Pilgerreisen reifte in uns der Entschluss, eine weitere Pilgerreise zu Fuß zu unternehmen. 2006 waren unsere Gedanken in die Richtung Jakobsweg – Santiago de Compostella so weit gefestigt, dass wir beide uns entschlossen, diese Pilgerreise zu Fuß durchzuführen. Die Länge des französischen Weges in Spanien beträgt ca. 800 km. Da wir nicht monatelang auf dem Weg und in den Herbergen von der Heimat getrennt sein wollten, vereinbarten wir, die Pilgerstrecke in drei aufeinander folgenden Jahren zurückzulegen.
1. Teil von Pamplona nach Burgos 2. Mai bis zum 17. Mai 2007
2. Teil von Burgos nach Cruz de Ferro 26. Mai bis zum 11. Juni 2008
3. Teil von Ponferrada nach Santiago de Compostella 5.Mai bis 22. Mai 2009
Am !8. Mai war ich mit Ulla am Ziel unserer Pilgerreise. Santioago de Comostella war erreicht. Wir sahen auf dem großen Platz vor der Kathedrale die angekommenen Pilger, von denen wir schon auf dem Camino und den Albergen viele getroffen hatten. Es waren Deutsche, Franzosen, Engländer, Holländer, Tschechen, Schweizer, Japaner und die Schwabenmädel, die auch hier waren, umarmten uns.
Wir gingen in das Pilgerbüro und erhielten nach Vorlage unserer Pilgerausweise mit den Stempeln, die wir in den 3 Jahren gesammelt hatten, voller Freude und Stolz unsere Compostella (Pilgerurkunde). Natürlich war dafür auch eine kleine Spende fällig. Die Pilgermesse in der Kathedrale findet täglich um 12 Uhr statt. Zu unserer großen Freude zelebrierte der Kardinal von Madrid Erzbischof Carlo Maria Martini die heilige Messe..
Mit dem Bus fuhren wir dann nach Fines Terre. Traditionell reinigten wir uns im Meer und verbrannten unsere Pilgerkleidung.
Unsere täglichen Erlebnisse und Eindrücke habe ich in einem kleinen Heft niedergeschrieben und bebildert.
Einige Gedanken zum Schluß
Wir haben viel erlebt und viel gesehen. Wir haben viele Begegnungen mit fremden Menschen gehabt. Wir hatten Zeit zum Nachdenken. Wir haben gemeinsam Sonne und Hitze ertragen, Regen und Wind.
Wir wurden mit herrlichen ausblicken belohnt, wenn wir steile und beschwerliche Aufstiege geschafft hatten Wir hatten Zeit zum Gebet. Wir haben viele vergnügliche und freudige Stunden erlebt. Wir konnten unsere Sorgen überdenken. Wir durften viele Kilometer nebeneinander hergehen. Wir erlebten eine wunderschöne Landschaft. Wir haben den Wind und die Hitze der Meseta gespürt. Wir haben gelernt, mit wie wenigen Dingen man im Leben auskommen kann. Wir haben Hilfsbereitschaft erlebt. Wir haben in Notunterkünften die Fürsorge lieber Menschen erfahren. Wir konnten Kunst- und Kulturgüter bestaunen. Wir konnten die Natur genießen. Wir konnten in uns hineinhorchen. Wir haben die Grenze unserer körperlichen Belastbarkeit erfahren. Wir durften gesund nach Hause zurückkehren.
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